Tatsächlich fing der Montag ungemütlich mit Regen an, aber in Lüneburg angekommen hat jemand der Sonne gesagt: bitte halte die Wolken ein bisschen in Schach, damit wir die Stadt erkunden können! Hat geklappt!
Andrea Bejöhrs Werkstatt mit Ladenbereich liegt seit 30 Jahren zentral in der Fußgängerzone der Lüneburger Altstadt. Sie arbeitet gerne mit dem 900 Gelbgold / Silber Schichtblech oder 750 Gg / 900 Gg Legierungen mit strukturierten Oberflächengestaltungen. Klare Formen in Verbindung mit Diamanten, Perlen und diversen Edelsteinen machen den unverwechelbaren „Bejöhr-Stil“aus. Die Schmuckbehausungen dienen gleichzeitig als ansprechende Dekoration in den Vitrinen.
Im Austausch der sieben Teilnehmerinnen ging es um den Werdegang zur Goldschmiedin, um Beschaffung und Marktanteil synthetischer Diamanten, den Umgang mit der neuen EmpCo Richtlinie und um die Zusammenarbeit mit Scheideanstalten. Nach einer kleinen Pause setzten wir uns mit dem Thema “Perspektivwechsel“ auseinander, das Colette mit kleinen Aufgaben für uns vorbereitet hatte.
Im Auge jeder Betrachterin gab es unterschiedliche Schwerpunkte, was unseren Beruf „besonders-einzigartig“ macht und was wir in ein Goldschmiedemuseum platzieren würden.
Für den Lüneburg-Rundgang verabschiedeten sich unsere Ortsansässigen Andrea und Verena in ihren Alltag.
Mit dem Perspektivwechsel im Hinterkopf begegneten wir „schwangeren Hausmauern“, lustigen Straßennamen wie „Neue Sülze“, waren begeistert von den hübsch verzierten Fassaden in der typischen Backsteingotik der Salzstadt Lüneburg und genossen die Details am Rathaus (über Jahrhunderte gewachsen), das heute mit dem jüngsten Anbau „ Am Ochsenmarkt“ steht. Am Luna-Brunnen mit dem prachtvollen Rathaus im Hintergrund, das Burgwappen im Blick, lernten wir, dass jedes Brautpaar bis heute ein Salzsäckchen geschenkt bekommt.
Den Abschluss bildete ein Besuch beim historischen Ladekran aus dem 14. Jahrhundert am ehemaligen Ilmenau-Hafen mit seinen fotogenen Fachwerkhäusern und der Schleusenbrücke gegenüber.
Vielen Dank für diesen gelungenen Tag mit vielen Anregungen auf Details in unserer Umgebung zu achten und im Gespräch zu bleiben! (Barbara Artus)

